Barbara Scheller

Banner
Banner
Banner
Banner

Nutzer

Wir haben 31 Gäste online

Bündnis 90/GRÜNE Nordsachsen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

78 Kulturdenkmale im Landkreis Nordsachsen seit 2000 abgerissen

Aktualisiert (Dienstag, den 13. Januar 2015 um 10:50 Uhr) Geschrieben von: Uta Schmidt Dienstag, den 13. Januar 2015 um 10:42 Uhr


Verlust an gebauter Kultur und Heimat ist erschreckend

Wolfram Günther: Allein in den letzten zwölf Monaten gingen 16 Kulturdenkmale endgültig verloren, 35 weitere Abrisse genehmigt


Dresden. Im Landkreis Nordsachsen sind seit dem Jahr 2000 178 Baudenkmale abgerissen worden. In ganz Sachsen waren es mehr als 4.500 Baudenkmale. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (GRÜNE) hervor.

"Die Größenordnung dieses unwiederbringlichen Verlusts an gebauter Kultur und Heimat ist erschreckend. Die Städte und Gemeinden im Landkreis Nordsachsen haben ein gewaltiges Entwicklungspotenzial verloren", erklärt Wolfram Günther, Sprecher für Denkmalschutz der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag.

"Der Landkreis Nordsachsen weist einen großen Reichtum an Bauzeugnissen vergangener Epochen auf, deren Bewahrung von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist. Die Anzahl der geschützten Kulturdenkmale im Landkreis belief sich zum 24. November 2014 auf nur noch 3.788. Der Abrisstrend ist dabei ungebrochen: Allein in den vergangenen zwölf Monaten gingen 16 Kulturdenkmale endgültig verloren. Aktuell liegen im Landkreis Nordsachsen bereits weitere 35 Genehmigungen für Abrisse bzw. Teilabrisse von Kulturdenkmalen und ein weiterer in der Abwägung befindliche Anträge auf Abriss vor."

Seit dem Jahr 2000 wurden im Landkreis Nordsachsen 4,5 Prozent der dortigen Kulturdenkmale abgerissen.

Im Landkreis Leipzig gab es mit 8,8 Prozent die höchste Abrissquote im Freistaat. Die geringsten Verluste waren in der Stadt Dresden zu verzeichnen. Dort ging die Anzahl der Kulturdenkmale nur um ein Prozent zurück.

Der höchste Bestand an Kulturdenkmalen findet sich im Landkreis Görlitz mit 14.525. Die Stadt Leipzig verfügt mit 14.114 Denkmalen über den zweithöchsten Denkmalbestand.

"Trotz der Rettung zehntausender Kulturdenkmale in den vergangenen Jahren befinden sich ganze Denkmalgruppen in einem dramatischen Zustand. Dies betrifft sowohl verstärkt die technischen Denkmale als auch die Gruppe der Schlösser, Gutshäuser und ländlichen Anwesen. Einem guten Denkmalschutzgesetz steht jedoch in Sachsen mangelnde finanzielle Förderung entgegen", kritisiert der Abgeordnete Günther.

"Die finanziellen Mittel des Bund-Länder-Programms 'Städtebaulicher Denkmalschutz' wurden in den vergangenen fünf Jahren in Sachsen von jährlich 73,5 Millionen Euro auf 41,5 Millionen Euro gekürzt. Für das sächsische Landesprogramm für den Erhalt von Kulturdenkmalen standen 2009 noch zwölf Millionen Euro zur Verfügung. 2014 war dem Freistaat dieses Programm nur noch fünf Millionen Euro wert."

"Diese Kürzungen können auch nicht durch weitere 1,4 Millionen Euro für Sachsen aus dem neuen Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundes oder durch das unterstützenswerte Sofortprogramm zur Förderung der Umgebindehäuser mit einem jährlichen Finanzvolumen von 0,5 Millionen Euro kompensiert werden. Vor allem engagierte private Denkmaleigentümer werden mangels ausreichender Förderung allein gelassen. Schon jetzt reichen die Zuschüsse nicht aus, um für wichtige Denkmale zumindest ein Minimum an Förderung bereitzustellen. Wenn aber weder saniert noch gesichert werden kann, drohen zunehmend Verfall und Abriss. Diese Entwicklung muss dringend korrigiert werden", fordert Günther.

"Hier erwarte ich von CDU und SPD ein klares finanzielles Bekenntnis in den anstehenden Haushaltsverhandlungen. Wir GRÜNEN wollen die sächsischen Förderzuschüsse für Denkmale verdoppeln. Wir schlagen eine Finanzausstattung von jährlich zehn Millionen Euro für das sächsische Landesprogramm für den Erhalt von Kulturdenkmalen vor. Unseren Schutz benötigen nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern gerade die vielen kleinen Denkmale, die in ihrer Summe die geschichtliche Entwicklung Sachsens nachvollziehbar und erlebbar machen."

"Mangelnde finanzielle Unterstützung beim Denkmalschutz schadet auch der heimischen Wirtschaft. Es sind Tausende Handwerker, Architekten, Beschäftigte in Bauunternehmen, Restauratoren, die einen wichtigen Teil des Bauwirtschaftsgewerbes ausmachen. Jeder Euro an staatlicher Denkmalförderung zieht ein Mehrfaches an privaten Investitionen nach sich", argumentiert der Abgeordnete.

Kleine Anfrage Wolfram Günther "Aktuelle Anzahl der sächsischen Kulturdenkmale und Verlust an Kulturdenkmalen seit dem Jahr 2000" (Drs. 6/274): http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=274&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=202

Zum Vergleich die Abrisse der vergangenen zwölf Monate aus: Kleine Anfrage Karl-Heinz Gerstenberg "Anzahl der sächsischer Kulturdenkmale und Abriss von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden" vom 27.08.2013 (Drs. 5/12592): http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=12592&dok_art=Drs&leg_per=5&pos_dok=-1

 

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Was passierte 2007 in Mügeln wirklich?

Aktualisiert (Freitag, den 09. Januar 2015 um 10:28 Uhr) Geschrieben von: Uta Schmidt Mittwoch, den 08. Oktober 2014 um 16:50 Uhr

Diskussion mit. (v.r.) Dr. Britta Schellenberg, Johannes Lichdi von Stiftung Weiterdenken e.V. und Monika Lazar, MdB der Grünen zum Thema:´Mügeln:Die Entwicklung rassistischer Hegemonien und die Ausbreitung der Neonazis´

alt


Dr. Britta Schellenberg vesuchte mit den Erkenntnissen, die sie aus einem akribischen Studium der Protokolle, Medienberichte, Zeugenvernehmungen zu den damaligen Übergriffen gewann, zu klären, was anders hätte laufen müssen, um Mügeln vor Schaden zu bewahren. Für sie steht ´Mügeln´ nicht als ein herausragendes Ereignis, sondern ist auf viele andere Fälle in Sachsen und Deutschland übertragbar - sowohl in den Geschehnissen alsauch in der Verarbeitung.

Eine wichtige Erkenntniss war z. B. die Tatsache, dass in der Gruppe der Inder sich auch 2 Deutsche befanden. Diese Tatsache fiel aber vollkommen unter den Tisch. Desweiteren ist aufgrund der schriftlichen Aufzeichungen ganz deutlich erkennbar, dass die ersten Zeugenaussagen sich deutlich von den späteren Zeugenaussagen unterschieden. Die Berichte den 4 Polizisten, die das Schlimmste - nämlich die Erstürmung der Pizzeria - mit viel Mut und Ziovilcourage verhinderten, waren in den weiteren Ermittlungen nicht mehr erwähnt.
Eine ganz entscheidende Rolle spielte das Auftreten vom Bürgermeister. Er war, unter welchem Einfluss auch immer, ganz offensichtlich mit der Situation vollkommen überfordert und hat mit seinen Aussagen das mediale Interesse noch verstärkt. Klare vorwärtsweisende, sich distanzierende Worte hätte dem Treiben viel schneller ein Ende bereitet.

Doch auch in Mügeln gibt es immer mehr Menschen, die sich mit Zivielcourage und Engagment dem damaligen ´kollektiven Trauma´ entgegenstellen und z.B. Flüchtlinge willkommen heißen, wie in der angeregten Diskussion der ca. 30 Einheimischen anschließend klar wurde. Zusammen mit dieser Veranstaltung ist das ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung und wir wünschen allen Einwohnern, dass sie sich davon anstecken lassen.

Eine Frage blieb jedoch unbeantwortet - wer hatte ein Interesse daran, die Ermittlungen zu verwässern? Aber ist es nicht symptomatisch - auch NSU wurde von Seiten der Regierung nur zögerlich angefasst. Bei den Demonstrationen um den 13.Februar in Dresden werden die verurteilt, die sich klar gegen Rechtsradikale stellen. Und Pegida formiert sich in Dresden.

 

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Termine in Nordsachsen

Aktualisiert (Mittwoch, den 25. Februar 2015 um 18:30 Uhr) Geschrieben von: Uta Schmidt Dienstag, den 18. November 2014 um 09:24 Uhr

9.03.2105 18.00 Uhr in Torgau Gaststätte ´Herr Käthe´ Katharinenstraße 4
Stammtisch in Torgau mit Wolfram Günther, MdL, zum Thema:
´Denkmalschutz und Stadtentwicklung´- und zu allen anderen Themen, die Ihnen unter den Nägeln brennen

15.04.2105 18.00 Uhr in Schkeuditz
Stammtisch in Schkeuditz, Gaststätte “Zur Börse” Leipziger Straße 5 mit Dr. Claudia Maicher, zum Thema:
"Politik und die Wut auf der Straße. Wie weiter?" - und zu allen anderen Themen, die Ihnen unter den Nägeln brennen

 
 

Seite 1 von 11